Die Geschichte

Was als Fiasko begann, muss (nicht) unbedingt im fiasco enden!

Es waren einmal drei talentierte junge Musiker, die wohnten zufällig in derselben Straße einer fränkischen Stadt mit großer historischer und kultureller Vergangenheit. Albrecht Dürer, Hans Sachs, das Christkind und die Bratwurst hatten die Stadt berühmt gemacht.

Berühmt werden wollten auch die drei Musiker und so übten sie auf ihren Instrumenten Tag und fast auch Nacht: Tonleitern in allen Tonarten, bis sich die Finger in rasendem Tempo bewegten, Stücke von allen lebenden Komponisten und auch von den bereits verstorbenen. Leidenschaftlich verfolgten sie ihr Ziel, und so lebten sie Tag ein, Tag aus in ihren Kammern in besagter Straße und wussten nichts voneinander.

Ihre zweite Leidenschaft war ein bestimmtes Fenster auf der anderen Straßenseite, das sie alle drei sehen konnten. Jeden Abend im Dämmerlicht glühte eine warme Lampe in dem Zimmer hinter dem Fenster auf, und sie konnten eine schlanke Gestalt mit wunderbaren langen blonden Haaren beobachten. Es dauerte nicht lange, und dieser Moment am Abend wurde zu ihrer Obsession. Wochenlang konnten die drei Musiker an nichts anderes mehr denken, als an das wunderbare Wesen im gedämpften Lampenschein hinter diesem Fenster. Ein echtes Fiasko.

Eines Abends, es war Vollmond, rafften alle drei - wie von einer geheimen Macht getrieben - allen Mut zusammen, ergriffen ihr Instrument und eilten zu dem Haus der angebeteten Schönen, um ihr auf musikalische Weise ihre innersten Gefühle zu offenbaren.

Äußerst peinlich war der Moment, in dem sie alle drei gleichzeitig unter dem Fenster der Angebeteten zusammentrafen. Um sich aus der Affäre zu ziehen, fackelten sie nicht lange, sondern spielten zu dritt drauflos. Ab und zu hüpfte einer der drei Musiker elastisch in die Höhe, um einen Blick in das Fenster werfen zu können, hinter dem sie ihre angebetete Schöne vermuteten. Diese ließ sich jedoch nicht blicken. Nach einer Weile bemerkten die drei Verliebten, dass sie längst nicht mehr nur dreistimmig spielten, sondern dass sich eine vierte Stimme ganz selbstverständlich dazu gesellt hatte. Immer deutlicher war sie zu hören und als die Drei aufblickten, stand die Gestalt mit den langen blonden Haaren mitten unter ihnen und spielte auf demselben Instrument. Doch - oh Schreck, das angebetete Wesen war gar keine Frau!!!

Das alles hätte sich zum Fiasko im klassischen Stil weiterentwickeln können, doch weil sie nicht gestorben sind, spielen sie nun im Quartett auf der großen Bühne der Welt.

(Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig und beabsichtigt).

Fortsetzung folgt...